Talus von Liza Grimm

Band 1 – Die Hexen von Edinburgh

Eine skeptische Studentin, die plötzlich einem echten Geist gegenübersteht.

Ein begabter Tarotleger, der sich vor der Zukunft fürchtet.

Eine junge Hexe, die ihre Begabung verflucht.

Ein stolzer Wasserhexer, der die Wahrheit sucht.

Sie alle haben einen Herzenswunsch – und als das sagenumwobenene Artefakt Talus auftaucht, scheint die Erfüllung ihrer größten Träume zum Greifen nah. Aber ein so mächtiger Gegenstand ruft auch böse Mächte auf den Plan. Und je näher sie Talus kommen, desto dunkler werden die Geheimnisse, die das Artefakt enthüllt.

Rezension

4–5 Minuten

Bewertung: 2 von 5.

Die Hexen von Edinburgh von Liza Grimm ist als erster Band der Talus-Dilogie ein atmosphärischer Urban Fantasy-Roman, der die Leser in eine düstere, magische Version von Edinburgh entführt.

Die Geschichte folgt zuerst der jungen Studentin Erin, die als Touristenführerin bei Geistertouren arbeitet und ihre eigenen, gruseligen Geschichten zum Besten gibt. Erin hat schon immer eine Leidenschaft für Magie gehegt. Doch als sie auf einer ihrer Touren plötzlich einen echten Geist sieht, wird ihr die Existenz einer geheimen Welt voller Magie und dunkler Hexen offenbart – durch ihren Kollegen Leo, der sie in diese mystische und gefährliche Realität einführt.

Es taucht ein mysteriöser Würfel namens „Talus“ auf, der dem Besitzer die Macht verleiht, das eigene Schicksal zu verändern. Für vier junge Menschen in Edinburgh hat dieser Würfel eine tiefgreifende Bedeutung. Neben Erin, die ihre magischen Fähigkeiten entfalten möchte, will ihn die Kräuterhexe Lu nutzen, um zur Runenhexe zu werden. Der Wasserhexer Noah erhofft sich mit dem Würfel Anerkennung, die ihm bisher verweigert wurde, und der Tarotleger Kato versucht, eine dunkle Zukunft zu verhindern, vor der er sich fürchtet. Das Buch ist aus wechselnder Perspektive der Charaktere geschrieben und entwickelt so die Handlung – die Suche nach Talus und die Frage, wer den Würfel als erstes findet – vorwärts.

Die Stadt Edinburgh selbst ist als Handlungsort definitiv ein Highlight des Romans. Grimm hat es geschafft, die mystische Welt der Hexen nahtlos mit der realen Welt von Edinburgh zu verbinden, wodurch die Geschichte sowohl vertraut als auch neuartig wirkt. Die historische Kulisse sorgt für ein authentisches, stimmungsvolles Setting.

Die Hexen von Edinburgh hat eindeutig Potenzial – die Idee einer geheimen, magischen Welt in Edinburgh ist spannend, und auch die Atmosphäre des Romans ist vielversprechend. Leider wird dieses Potenzial durch schwache Charaktere, eine fragmentierte Handlung und eine fehlende emotionale Tiefe überlagert. Trotzdem hat er einige Leser:innen überzeugt, die Fans von Talus geworden sind.

Warum 2.5 Sterne?
Auf der Haben-Seite stehen Grimms Schreibstil und die Idee der Hexenwelt im Untergrund von Edinburgh. Das Buch liest sich locker, der Stil ist flüssig, die Idee ist super und das Setting passt.

Das war es dann leider auch schon, denn zu bemängeln bleiben in meinen Augen mehrere wesentliche Aspekte:
Die Charaktere sind entweder flach und lassen sich nicht richtig greifen. Oder sie sind, wie in Lus Fall, schlicht unsympathisch. Da Lu nicht als Antagonistin geschrieben ist, gibt es für diese Charakterbeschreibung für mich keinen überzeugenden Grund. Erin bleibt überwiegend passiv und lässt sich von den Ereignissen treiben. Sie wird stellenweise zu einer klassischen „Damsel in Distress“, deren einzige Funktion darin zu bestehen scheint, in Gefahr zu geraten und von anderen gerettet zu werden. Auch die anderen Charaktere verbleiben in ihrem Grundaufbau und entwickeln sich nicht wirklich weiter.

Einige Szenen wirken vielversprechend und tragen zum Weltenbau bei, verlaufen dann aber im Nichts oder werden nicht weitergezogen. Der Würfel Talus und damit das grundsätzliche Thema des Buchs wird erst nach der Hälfte der Geschichte eingeführt. Für mich war das zu spät, und auch die Relevanz wird nicht klar genug herausgearbeitet.
Das Ende des Romans fühlt sich abrupt und unausgereift an. Es werden einige dramatische Szenen eingebaut, aber aufgrund der mangelnden Bindung zu den Charakteren bleibt der emotionale Impact aus. Das Buch endet, ohne die vielen offenen Stränge miteinander zu verweben und aufzulösen. So hat es für mich den Eindruck erweckt, als sei die Geschichte einfach liegen geblieben und der Cliffhanger dient als Exit-Strategie.

Ich habe nur das erste Buch gelesen, für das zweite hat mein Interesse (trotz Cliffhanger) nicht gereicht. Grimm hat allerdings nicht aufgehört zu schreiben, sodass es wohl mittlerweile vier Bände der Talus-Reihe gibt. Andere Leser:innen müssen sie also gut finden – ich würde es hier gern jedem selbst überlassen, sich eine Meinung zu bilden. Vielleicht lese ich mal noch ein anderes Buch der Autorin, denn ihr Schreibstil hat überzeugt.

Band 2 – Die Magie des Würfels

Bedenke, was du dir wünschst, denn es könnte in Erfüllung gehen…

Für den Edinburgher Zirkel junger Hexen und Hexer scheint plötzlich alles möglich zu sein, als das mysteriöse Artefakt »Talus« auftaucht, denn der magische Würfel ist in der Lage, jeden Wunsch zu erfüllen. Doch ein derart machtvoller Gegenstand zieht finstere Mächte an wie ein Magnet und ein Herzenswunsch kann eine äußerst gefährliche Angelegenheit sein. Das muss auch die Studentin Erin am eigenen Leib erfahren, die Hals über Kopf in den Hexenzirkel und die Geheimnisse um Talus hineingezogen wurde. Denn plötzlich steht nicht nur das Leben der Magiebegabten auf dem Spiel, sondern auch das Schicksal der Hexen-Welt


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