Band 1 – The Atlas Six

Die Bibliothek von Alexandria ist niemals untergegangen, sie verwahrt im Verborgenen seit Jahrtausenden die dunkelsten Geheimnisse der Menschheit. Alle zehn Jahre bekommen die talentiertesten Magier*innen ihrer Generation die Möglichkeit, das uralte Wissen zu studieren: Jene, die die Initiation überstehen, erwarten ungeheurer Reichtum, Macht und Weisheit. Doch von den sechs Auserwählten werden nur fünf überleben.
Dieses Mal sind mit dabei: Libby Rhodes und Nico de Varona, zwei begnadete Physiomagier von der New York University of Magical Arts, die einander nicht ausstehen können. Die Telepathin Parisa Kamali und der Empath Callum Nova, beide Meister der Manipulation. Tristan Caine, der zynische Sohn eines Londoner Gangsters, der jede Illusion durchschauen kann, und Reina Mori, eine mysteriöse Naturmagierin aus Japan.
Zwischen den mächtigen Adepten beginnt ein Spiel auf Leben und Tod.
Rezension
The Atlas Six von Olivie Blake ist ein packender Fantasy-Roman, der in einer Welt voller Magie, Geheimnisse und Intrigen spielt. Die Geschichte folgt sechs außergewöhnlichen Individuen, die in einer geheimen Gesellschaft, der sogenannten Alexandrinischen Gesellschaft, aufgenommen werden – einer Gruppe von Magiern, die mit Wissen und Macht über das Universum herrschen. Doch um Teil dieser elitären Gesellschaft zu werden, müssen sie nicht nur ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, sondern auch ein tödliches Spiel von Vertrauen, Verrat und Machtgebaren überstehen.
Die Charaktere sind einer der stärksten Aspekte des Buches. Jeder von ihnen ist einzigartig und trägt seine eigenen Geheimnisse und Motivationen mit sich. Sie sind keine einfachen Helden oder Schurken, sondern komplexe, tiefgründige Persönlichkeiten, die sich zwischen moralischen Grauzonen bewegen und den Leser immer wieder herausfordern, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen.
Olivie Blakes Schreibstil ist präzise und fesselnd. Die Welt, die sie erschafft, wechselt zwischen einer fast akademischen Atmosphäre, die an alte Bibliotheken und geheimen Archiven erinnert, und einer Atmosphäre der ständigen Bedrohung. Die Spannung bleibt durchweg hoch, und obwohl das Buch mit einer ruhigen, fast meditativen Eröffnung beginnt, entfaltet sich im Laufe der Handlung ein ständiger Aufbau von Dramatik und Konflikten. Was The Atlas Six von anderen Fantasy-Romanen abhebt, ist die intelligent verzahnte Storyline, die weniger auf epische Schlachten und mehr auf psychologische Spiele und manipulative Machenschaften setzt.
Was jedoch am meisten beeindruckt, ist der philosophische Unterton des Buches. Es geht nicht nur um Magie und Macht, sondern auch um Wissen, den Wert von Geheimnissen und die ethischen Fragen, die sich aus dem Streben nach Wissen und Einfluss ergeben. Blake schafft es, die Leser zu hinterfragen, was es bedeutet, Macht zu besitzen, wie weit man bereit ist zu gehen, um sein Ziel zu erreichen, und welche Opfer man auf dem Weg dorthin bringen muss.
Für Fans von komplexen, intellektuellen Fantasy-Romanen und moralisch ambivalenten Charakteren ist The Atlas Six ein absolutes Muss. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die Grenzen zwischen gut und böse, richtig und falsch verschwimmen lässt. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird mit einer packenden Erzählung und einem überraschend tiefgründigen Ende belohnt.
Alles in allem ein faszinierendes Werk, das Lust auf mehr macht – sowohl in Bezug auf die Welt als auch auf die Charaktere.
Achtung: Ab hier Spoiler und persönliche Meinung!
Mir hat das Buch sehr gefallen. Es ist tiefgründig und regt zum Nachdenken an, Blakes Stil liest sich flüssig.
Punktabzug gibt es, weil es eher schwer fällt sich in das Buch einzulesen. Die Einführung in die Magie der Welt ist subtil. Gleichzeitig ist das Buch voll von komplexen Ideen, die teilweise sehr abstrakt und wenig greifbar wirken. Es fehlt an einer fokussierten, vorwärtsgetriebenen Handlung, und der Aufbau entfaltet sich am Anfang eher langsam. Blake konzentriert sich mehr auf die zwischenmenschlichen Dynamiken, Machtkämpfe und Intrigen als auf eine zusammenhängende Story mit klaren Zielen und Konflikten. „Action“ gibt es in diesem Sinne keine.
Trotz der genannten Punkte von eben vergebe ich vier Sterne: Wer sich auf die Welt einlässt und intellektuelle Tiefe sowie komplexen Charaktere schätzt, der wird hier fündig und hat ein gut geschriebenes Buch in der Hand. Ein klares Plus sind deshalb meiner Meinung auch die moralischen Fragen, mit denen sich die Handlung beschäftigt. Ich sehe aber auch, dass genau dieser Fokus für andere Leser:innen schwer zugänglich sein kann.
Band 2 – The Atlas Paradox

Mehr Geheimnisse. Verrat. Verführung. Herzen werden gebrochen, Allianzen geschmiedet und wieder zerbrochen, und die Alexandrinische Gesellschaft wird als das enthüllt, was sie ist: eine mächtige Organisation, die von einem Mann geführt wird, der unsere Welt revolutionieren möchte. Doch die Gesellschaft verfügt auch über mächtige Feinde, die von sich behaupten, eine bessere Alternative zu sein. Die Magier*innen werden sich für eine der beiden Seiten entscheiden müssen. Und allen ist klar: Von dieser Entscheidung hängt nicht nur ihr eigenes Schicksal ab.
Band 3 – The Atlas Complex

Die talentiertesten Magier wurden auserwählt aber nur die Klügsten werden überleben. Die Ereignisse in der Bibliothek von Alexandria spitzen sich zu, und jeder der sechs Auserwählten muss sich die Frage stellen, ob die Suche nach grenzenloser magischer Macht sie verändert. Wie sie sich selbst beschränken können, um menschlich zu bleiben. Oder wen sie verraten müssen, um ihre wahren Ziele zu erreichen.
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