Crowns of Nyaxia von Carissa Broadbent

Band 1 – The Serpent and the Wings of Night

Jeden Tag muss Oraya ums Überleben kämpfen. Als adoptierte menschliche Tochter des Vampirkönigs lebt sie in einer Welt, die darauf ausgerichtet ist, sie zu töten. Ihre einzige Chance, jemals mehr als nur Beute zu sein, ist die Teilnahme am Kejari: ein legendäres Turnier, das von Nyaxia veranstaltet wird, der Göttin des Todes.

Damit Oraya überhaupt den Hauch einer Chance hat, muss sie ein Bündnis mit ihrem größten Gegner eingehen: Raihn. Alles an ihm ist gefährlich. Zum Töten geboren ist er skrupellos und dazu auch noch ein Feind ihres Vaters. Doch am meisten Angst macht Oraya nicht das Kejari oder die mögliche Niederlage oder der Tod, sondern dass sie sich auf seltsame Weise zu Raihn hingezogen fühlt. Als wäre das nicht genug, braut sich wie eine düstere Vorahnung – ein Sturm zusammen und erschüttert alles, was Oraya über ihre Heimat zu wissen glaubte. Und Raihn versteht sie vielleicht besser als jeder andere. Doch die immer stärker werdende Anziehungskraft könnte ihr Untergang sein, in einem Königreich, in dem nichts tödlicher ist als Vertrauen und Liebe.

Rezension

6–9 Minuten

Bewertung: 4.5 von 5.

The Serpent and the Wings of Night von Carissa Broadbent ist der erste Band in der Crowns of Nyaxia-Reihe, die den Leser in eine Welt voller politischer Intrigen, magischer Geheimnisse und komplexer Charaktere entführt. In Alea, das Land im Zentrum der Geschichte, herrschen Vampire über Menschen und ihre Göttin Nyaxia spielt eine zentrale Rolle.

Die Protagonistin, Oraya, ist eine beeindruckende und vielschichtige Heldin. Sie lebt als Mensch in einer Welt von skrupellosen Vampiren und nimmt eine klassische Aussenseiterrolle ein. Trotz ihrer Stellung als Adoptivtochter des Vampirkönigs ist ihr Überleben nicht gesichert – gerade diese Position rückt sie eher ungwollt ins Rampenlicht von rivalisierenden Häusern. Oraya wird darauf trainiert, am Kejari teilzunehmen: ein legendäres Turnier, das zu Ehren der Göttin des Todes, Nyaxia, veranstaltet wird. Dem Sieger gewährt Nyaxia einen Wunsch. Hier sieht Oraya ihre Chance, ihr Leben selbst zu gestalten und endlich der täglichen Angst zu entkommen. Um das Turnier zu überstehen, muss sie sich aber mit einem Feind ihres Vaters verbünden: Raihn.

Orayas Geschichte ist sowohl eine der Selbstfindung als auch des Überlebens. Sie ist entschlossen, sich den Herausforderungen ihres Lebens zu stellen und sich ihren Platz in einer von Intrigen und Machtkämpfen beherrschten Gesellschaft zu erkämpfen. Ihre Charakterentwicklung über den Verlauf des Buches hinweg ist packend und emotional, sodass man als Leser mit ihr mitfiebert.

Im Genre der Romantasy verankert, steht natürlich auch die Beziehung zwischen Oraya und Raihn im Mittelpunkt. Diese ist von Beginn an von Komplexität, Misstrauen und Anziehung durchzogen. Es handelt sich um eine Mischung aus politischem Kalkül, emotionaler Spannung und persönlicher Entwicklung. Ihre Interaktionen sind von Geheimnissen, Herausforderungen und einer wachsenden Intimität geprägt, wobei die wahre Natur ihrer Bindung immer wieder von äußeren Umständen und inneren Konflikten beeinflusst wird. Diese Dynamik macht ihre Beziehung zu einem der spannendsten Elemente der Geschichte.

Das Weltbuilding in Crowns of Nyaxia ist bemerkenswert. Broadbent hat eine reiche, komplexe Welt erschaffen, in der nicht nur politische Allianzen und magische Systeme eine zentrale Rolle spielen, sondern auch religiöse Themen und die Präsenz der Göttin Nyaxia tief in die Gesellschaftsstruktur eingebunden sind. Die verschiedenen Reiche bzw. Vampir-Höfe sind gut ausgearbeitet, und die Interaktionen zwischen den verschiedenen Fraktionen sorgen für reichlich Konfliktpotenzial.

Ein weiteres Highlight des Buches sind die unerwarteten Wendungen, die die Spannung konstant hochhalten. Broadbent versteht es, den Leser in die Irre zu führen und immer wieder überraschende Entwicklungen einzuführen. Die vielen Geheimnisse und Enthüllungen sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann (und dann eben unbedingt auch den nächsten Band lesen will).

The Serpent and the Wings of Night ist ein fesselnder Auftakt zu einer epischen Fantasy-Reihe, die mit einer komplexen Welt, politischen Intrigen und einer starken, vielschichtigen Protagonistin überzeugt. Orayas Reise zwischen Macht, Vertrauen und Selbstfindung wird von überraschenden Wendungen und emotionaler Tiefe geprägt. Fans von magischer und politischer Fantasy werden von der gut konstruierten Welt und den spannungsgeladenen Beziehungen begeistert sein.

Warum 4.5 Sterne?
Broadbent liefert hier ein starkes und gut geschriebenes Werk ab. Ich mag ihren Schreibstil, der dazu führt dass man das Buch in einem Rutsch lesen kann. Ihr Weltenbau ist grundsolide und sehr detailliert, aber auch politisch. Die Wendungen in der Handlung habe ich nie kommen sehen und ich wurde immer überrascht.
Ein klares Plus bilden die verschiedenen Charaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind und ihre eigenen Hintergrundgeschichten und Motivationen mitbringen. Durchs Band weg wirken alle Charaktere verblüffend menschlich und absurd komplex. Broadbent gelingt es, mit Oraya eine Protagonistin zu schaffen, die einem Klischee völlig entkommt. Genau das fand ich wunderbar erfrischend.

Der letzte halbe Stern fehlt mir aber auch genau aufgrund dieser menschlichen Komplexität und der Charakterentwicklung, die Broadbent detaillreich in ihrer Zerrisenheit aufzeigt. Auf der einen Seite: Sie kriegt genau das genial hin. Auf der anderen Seite lag mir der Fokus aber manchmal zu sehr auf diesen ganzen Emotionen und etwas zu wenig auf der Handlung. Definitiv keine Empfehlung für Leser:innen, die eine schnell vorwärts getriebene Geschichte erwarten. Wer sich hingegen auf die Gefühlswelt einlässt, die in Oraya vorherrscht und die klug entwickelt wird, wird von den Büchern begeistert sein.

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Broadbent plant, sechs Bände zu veröffentlichen. Nur die ersten zwei Bände drehen sich um Oraya und Raihn. Das zweite Buch schliesst wunderbar ab, mit genügend offenen Geschichten, aber ohne Cliffhanger – an dieser Stelle kann man auch gut aufhören zu lesen. Der zweite Band hat mich ebenso überzeugt. Broadbent weicht nicht vom Stil ab (abgesehen von der Erzählstruktur, die aus der Ich-Perspektive zwischen Oraya und Raihn wechselt – aber das ist ein Plus!), und trotz der wiederkehrenden Trope (Enemies to Lovers) bleibt die Handlung spannend.
Der dritte Band dreht sich um Raihns beste Freundin Mische und ist eine Fortsetzung aus dem zweiten Band.
Weitere Bücher sind bislang noch nicht erschienen.

Band 2 – The Ashes and the Star-Cursed King

Im Kielwasser des Kejari ist alles zerstört worden, was Oraya einst für wahr hielt. Sie ist Gefangene in ihrem eigenen Königreich, trauert um ihren Vater und weiß nach einem erschütternden Verrat nicht einmal mehr die Wahrheit über ihre eigene Herkunft. Ihr bleibt nur eine Gewissheit: Sie kann niemandem trauen, schon gar nicht Raihn.

Das Haus der Nacht ist von Feinden umgeben. Raihns eigene Gefolgsleute sind nicht bereit, ihn als König zu akzeptieren insbesondere, weil er einst ein Sklave war. Und auch das Haus des Blutes schlägt seine Krallen in das Königreich und droht, es zu zerreißen.

Als Raihn Oraya ein geheimes Bündnis anbietet, ist das ihre einzige Chance, ihr Königreich zurückzuerobern und Rache an ihrem ehemaligen Geliebten zu nehmen, der sie verraten hat. Dazu muss sie sich eine gefährliche uralte Macht zunutze machen, die an die größten Geheimnisse ihres Vaters rührt.
Während Oraya ihre Vergangenheit enträtselt und sich ihrer Zukunft stellt, sieht sie sich gezwungen zu wählen: Zwischen der blutigen Realität der Machtergreifung und einer verheerenden Liebe, die ihr Untergang sein könnte.

Band 3 – The Songbird and the Heart of Stone

Als Mische in einen Vampir verwandelt wurde, verlor sie alles – ihr Zuhause, ihre Menschlichkeit und die Liebe des Sonnengottes, dem sie ihr Leben gewidmet hatte. Nun ist sie zum Tode verurteilt, weil sie den getötet hat, der sie gewandelt hat: den Vampirprinzen. Und ihrer Strafe zu entkommen ist ausgeschlossen.

Dann wird Mische in letzter Sekunde gerettet von Asar, dem Bastardprinzen des Hauses der Schatten. Seine Vergangenheit ist so brutal wie seine Narben es sind und er zwingt Mische zu einer Mission, die schlimmer ist als eine Hinrichtung: eine Reise in die Unterwelt, um den Gott des Todes selbst wiederzuerwecken.

Doch Misches Bestrafung könnte der Schlüssel zu ihrer Rettung sein. In einer geheimen Sitzung befiehlt ihr der Sonnengott, Asar zu helfen, nur um ihn anschließend zu verraten … indem sie den Todesgott tötet.

Mische und Asar beschreiten den tückischen Weg in die Unterwelt und stellen sich dabei Prüfungen, Bestien und den rachsüchtigen Geistern ihrer Vergangenheit. Doch das Gefährlichste von allem ist der verlockende Ruf der Dunkelheit und die verbotene Anziehung zwischen Mische und Asar, eine aufkeimende Verbindung, die den Zorn der Götter heraufbeschwören könnte.

Als sich Misches Verrat schließlich abzeichnet, droht die Unterwelt sie zu verschlingen und die Götter werden immer unruhiger. Und Mische wird gezwungen, zwischen der Erlösung durch die Sonne oder der Verdammnis durch die Dunkelheit zu wählen.


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